Raumfahrt ist mit erheblichen Werten und technischen Risiken verbunden. Versicherungen ermöglichen es, diese Risiken zwischen mehreren Parteien zu verteilen, statt sie allein bei einem Betreiber oder Kunden zu belassen. Wie eine Deckung gestaltet ist, hängt eng von der jeweiligen Phase einer Mission ab.
Phasen mit unterschiedlichem Risiko
Eine Mission durchläuft mehrere Abschnitte, die sich im Risikoprofil deutlich unterscheiden. Entsprechend werden Deckungen häufig getrennt betrachtet:
- Vorstart und Bodenphase: Transport, Integration und Tests der Nutzlast am Startplatz.
- Start und frühe Phase: der Zeitraum von der Zündung bis zur Trennung und ersten Funktionsprüfung im Orbit, oft der risikoreichste Abschnitt.
- Betrieb im Orbit: die laufende Nutzungsdauer, in der etwa Ausfälle einzelner Systeme abgedeckt werden können.
Die Höhe der Prämie richtet sich unter anderem nach dem Wert der Nutzlast, der Zuverlässigkeitshistorie des Trägersystems und dem Umfang der gewünschten Deckung. Eine bewährte Rakete führt in der Regel zu anderen Konditionen als ein neues System ohne lange Startbilanz.
Neben der Absicherung des eigenen Werts spielt die Haftung gegenüber Dritten eine Rolle. Für mögliche Schäden am Boden oder an anderen Objekten bestehen häufig eigene Deckungen, die zum Teil auch durch nationale Vorgaben verlangt werden.
Für die Planung eines Transports bedeutet das: Versicherungsfragen gehören früh auf den Tisch, weil sie Budget, Wahl des Trägersystems und Zeitplan beeinflussen. Anbieter und Kunden klären dabei typischerweise, welche Phase wer absichert und wo Deckungen ineinandergreifen.